
Psychotherapie | Beratung in Bewegung
Coaching Supervision
„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, einen anderen zu sehen, zu hören und zu verstehen. Wenn dies geschieht, entsteht Beziehung.“
frei nach Virginia Satir
Über mich
Ich arbeite seit über zwanzig Jahren in verschiedenen psychosozialen Einrichtungen. Dieser Weg begann bei mir bereits sehr früh mit einem Auslandszivildienst in Südamerika. Später sammelte ich Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen, straffällig gewordenen Menschen, Flüchtlingen, als Streetworker, Schulsozialarbeiter und als Jugendarbeiter. Nach dem Abschluss der Fachhochschule für Soziale Arbeit am Management Center Innsbruck war ich zwei Jahre in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe tätig. Später war ich dreizehn Jahre beim Vorarlberger Kinderdorf angestellt. Außerdem arbeitete ich zwischenzeitlich als Psychotherapeut in der Stiftung Maria Ebene.
Meine Ausbildung zum Systemischen Familientherapeuten habe ich Anfang 2019 am Milton Erickson Institut Innsbruck abgeschlossen. Im Anschluss daran habe ich das Curriculum "Klinische Hypnotherapie" bei Ortwin Meiss in Hamburg absolviert.
Privat bin ich verheiratet und Vater von vier Kindern.
Psychotherapie - Methodik
Systemische Therapie und Beratung
Für mich bedeutet systemisch, dass ein Mensch nie losgelöst von seinen zwischenmenschlichen Beziehungen betrachtet werden kann. Jeder von uns ist in eine Vielzahl von Systemen (Schule, Arbeit, Familie, Verein, etc.) eingebettet. Je nach System spielt er dort eine andere Rolle, es kommt aber auch zu unterschiedlichen Herausforderungen und manchmal Problemen.
Für mich ist daher nie ein Mensch an sich problematisch, sondern Schwierigkeiten entstehen dort, wo ein Mensch erlebt, dass es einen Unterschied zwischen einem von ihm gewünschten Soll-Zustand und einem von ihm erlebten Ist-Zustand gibt.
Solche Unterschiede, manchmal auch Probleme genannt, erhalten sich auf der individuellen Ebene aufrecht durch unerwünschte Fühl-, Denk- und Verhaltensmuster. Auf sozialer (systemischer) Ebene meist durch ungünstige Kommunikationsprozesse.
Hypnotherapie
Wir Menschen verfügen über zwei unterschiedlich funktionierende psychische Verarbeitungssysteme: Das ist einerseits ein bewusst-willkürliches, andererseits ein unbewusst-unwillkürliches System.
Mit unserem bewussten System, oft auch Verstand genannt, "denken" wir hauptsächlich. Auch unsere Sprache ist vor allem hier verortet.
Mit dem unbewussten, entwicklungsgeschichtlich älteren System, "fühlen" wir hauptsächlich. Dieser Teil findet vor allem in bildlichen Vorstellungen und Körpersensationen seinen Ausdruck und reagiert wesentlich schneller als unser Verstand. Meist ist es bei psychischen Problemen auch dieser Teil der leidet, oder anders ausgedrückt, dessen Bedürfnisse nicht in ausreichendem Maße befriedigt sind.
Das bedeutet für die therapeutische Arbeit, dass Reden alleine oft nicht ausreicht. Auch die moderne Hirnforschung hat inzwischen bestätigt, dass Hypnotherapie hilfreich ist, um Zugang zu unbewussten Anteilen unseres psychischen Systems zu bekommen und dort Veränderungen anzuregen.
Hypnotherapie ist in meinem Verständnis nichts vom Therapeuten direktiv vorgegebenes, sondern eine Anregung, sich mit unbewussten Anteilen des psychischen Systems auseinanderzusetzen, zu denen wir sonst kaum Zugang hätten.
Wenn Probleme nicht lösbar erscheinen, wird in der Hynotherapie oft von einer Problem-Trance gesprochen. Der Mensch fokussiert dann (größtenteils unbewusst) quasi "selbst-hypnotisierend" auf ein Problem und es gelingt ihm nur noch schwer, einen anderen Blickwinkel einzunehmen oder seine vorhandenen Ressourcen zu nutzen.
An diesem Punkt setzt die Hypnotherapie an:
Einerseits wird über tranceartige Zustände (z.B. durch geschlossene Augen und eine Fokussierung nach Innen) versucht, einen Zugang zu jenen Gehirnregionen zu finden, wo ein Hinweis darauf gefunden werden kann, was im Moment gerade als unstimmig erlebt wird. Andererseits wird durch entsprechende Anregung von Umstrukturierung und Neuorganisation versucht, Probleme zu lösen und Symptome zu lindern.
IFS - Inner Familiy System | Inneres Familiensystem nach Richard C. Schwartz
Richard Schwartz, ein amerikanischer Familientherapeut, hat bereits in den 1980er Jahren herausgefunden, dass Menschen nicht nur in äußere Familiensysteme eingebettet sind, sondern über so etwas wie ein inneres Familiensystem verfügen. Dabei handelt es sich um Teile in uns die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Grob lässt sich dieses System in drei Arten von Teilen einordnen: Die Macher, die Feuerbekämpfer und die Verbannten.
Die Macher:
Die Macher-Teile teilen sich auf in Antreiber-Teile und Innere Kritiker.
Antreiber:
Diese Teile organisieren unseren Alltag und helfen uns zu funktionieren. Sie sind sehr angepasste, proaktive und produktive Teile. Sie zeichnen sich häufig aus durch:
Perfektionismus
Leistung
Fürsorglichkeit (das Kümmern um das Wohl anderer)
Intellektualisierung
Zwänge
...
Innere Kritiker:
Zu den Machern gehören auch die inneren Kritiker. Diese entmutigen uns häufig und sagen uns, dass wir Dinge nicht können oder nicht schaffen. Der häufigste dieser Teile ist der sogenannte "Pessimist". Dieser ist häufig dafür verantwortlich, dass Menschen ein "depressives Erleben" beschreiben.
Die Macher-Teile lösen in ihren extremen Formen leidvolle Zustände wie Erschöpfung, Schmerzen, Schlafstörungen, "depressives Erleben", ..., aus, haben aber eigentlich die gute Absicht, uns vor den "verbannten Gefühlen" (siehe dazu unten) zu schützen. Auch die sogenannten inneren Kritiker haben die Absicht uns zu schützen, auch wenn das für uns manchmal besonders schwer nachvollziehbar ist. Ihre "Idee" ist, dass sie uns entmutigen, damit wir keine zu großen Risiken eingehen, durch die wir dann verletzt werden könnten.
Die Macher versuchen, ein hohes Maß an Kontrolle über Beziehungen und das Leben allgemein zu haben. Dadurch versuchen sie, uns Sicherheit zu geben. Dies passiert aber meist auf Kosten eines lebendigen Lebens. Menschen mit vielen aktiven Kontroll-Teilen empfinden ihr Leben oft als langweilig und leer.
Die Feuerbekämpfer:
Diese Teile treten auf, wenn es den Machern alleine nicht mehr gelingt, uns vor den verbannten Gefühlen zu schützen. Diese Teile sind eher unangepasst und reaktiv. Hierzu gehören Teile die uns in ihren extremen Formen zu Süchten, gewalttätigem Verhalten oder auch zu selbstverletzendem Verhalten "drängen".
Die Verbannten:
Dies sind Teile, die in der Vergangenheit durch Traumata, erlernte gesellschaftliche Konventionen oder "geerbte" (von unseren Vorgenerationen) Überzeugungen "verbannt" worden sind, da sie für das Gesamtsystem zu gefährlich geworden sind. Sie tragen diese "Lasten" der Vergangenheit und leiden meist in Form von:
Traurigkeit
Ängsten/Panik
Gefühlen von Wertlosigkeit
Scham
Schuld
Schmerz
...
Die Macher und Feuerbekämpfer (die "Beschützer der Verbannten") stehen oft im Widerspruch zueinander, weil die einen Teile sehr angepasst und die anderen sehr unangepasst sind und sich daher oft gegenseitig bekämpfen. Beide leisten harte Arbeit, damit die Verbannten nie mehr an die Oberfläche kommen. Gleichzeitig wäre es sowohl für die Verbannten als auch für ihre Beschützer wichtig, dass die verbannten Teile von ihren Lasten befreit werden, damit sich alle Teile mehr entspannen könnten und das sogenannte "Selbst" des Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt seines Lebens rücken darf.
Das Selbst:
Wird von Richard Schwartz als eine Art "Steuerungsinstanz" beschrieben, um das sich die Teile der Macher, Feuerbekämpfer und Verbannten gruppieren. Dieses Selbst verfügt über alle Eigenschaften die wir brauchen um gut mit uns selber, aber auch mit anderen klar zu kommen.
Zu diesen Eigenschaften gehören vor allem:
Mitgefühl
Neugier
Verbundenheit
Vertrauen
Klarheit
Ruhe
Kreativität
Mut
Lebendigkeit
Somit ist dieses Selbst auch in der Lage, sich gut um seine verletzten inneren Kinder (die Verbannten) zu kümmern. Aufgrund früher Erlebnisse (manchmal Traumata) glauben die Macher und Feurbekämpfer aber, dass das Selbst nicht dazu in der Lage ist und möchten das Gesamtsystem durch ihre Aktivitäten schützen. Dies oft zu einem hohen Preis.
Die Ziele der IFS-Therapie sind:
Das Bewusstwerden, dass nicht "Ich" problematisch bin, sondern dass es Teile in mir gibt, die Schwierigkeiten haben.
Das Kennenlernen dieser Teile aus einer Beobachtungsinstanz (dem Selbst).
Eine unbedingt wertschätzende Begegnung aller Teile unter dem Motto "kein Teil in mir ist schlecht". Hier wird meist mit den Beschützern begonnen und man geht dann über zu den Verbannten (erst wenn die Beschützer das zulassen).
Die Beschützer in ihrer guten Absicht sehen.
Die Lasten sehen, die die Verbannten auf sich genommen haben.
Die Verbannten von ihren Lasten entlasten.
Alle Teile in eine wertvolle Rolle für das Gesamtsystem kommen lassen.
Dem Selbst wieder die Führung des Gesamtsystems überlassen.

Beratung in Bewegung
Bewegung in der freien Natur ist eine der besten Möglichkeiten, seinem Körper und seiner Psyche etwas Gutes zu tun. Sie fördert die körperliche und psychische Entspannung und ist somit bestens geeignet um Stress abzubauen und die Selbstheilungkräfte des Körpers zu mobilisieren.
Daneben ist die Pflege von Beziehungen ein weiteres Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Das in Beziehung-Gehen passiert immer über Kommunikation, meist über das Gespräch.
Das Gespräch in Bewegung ist somit eine geniale Form um diesen beiden Grundbedürfnissen Raum und Zeit zu geben, sowie Veränderungsprozesse ganz natürlich anzuregen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Menschen beim Nebeneinander-Gehen in der freien Natur besser öffnen können als im Gegenüber-Sitzen in einem geschlossenen Raum. Deshalb habe ich beschlossen, meine Beratungsumgebung immer wieder von drinnen nach draußen zu verlegen.
In die Beratung einfließen kann alles was Sie gerade beschäftigt: Beziehungen, Ängste, Stress, wichtige Entscheidungen, körperliche Leiden, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Trauer ...
Eine Einheit Beratung in Bewegung dauert ungefähr eine Stunde. Die Strecke wird oberhalb von Dornbirn auf dem "Dornbirner Höhenweg" zu Fuß zurückgelegt und ist für einen durchschnittlich gesunden Menschen leicht zu bewältigen.
Supervision und Coaching
Supervision und Coaching bezieht sich vor allem auf berufliche Fragestellungen. Die Kosten hierfür werden häufig von Arbeitgebern übernommen. Selbstständige wiederum können berufliche Supervision und Coaching in der Regel von der Steuer absetzen. Diese Angebote können entweder in meinen Praxisräumlickeiten oder "in Bewegung" in Anspruch genommen werden.

Kontakt
Mag. (FH) Michael Tschirf
Psychotherapeut
Hof 651b
6867 Schwarzenberg
Watzenegg 5
6850 Dornbirn
Telefon: 0043 664 1038452
Mail: mail@psychotherapie-tschirf.com
Links
Österreichische Arbeitsgemeinschaft für systemische Therapie und systemische Studien: www.oeas.at
ÖBVP - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie: www.psychotherapie.at
Vorarlberger Landesverband für Psychotherapie: www.vlp.or.at
Milton Erickson Institut - Innsbruck: www.mei-innsbruck.at
